Modul A

Technology Impact Scan

Halle mit einer Reihe automatisierter Fertigungsanlagen

Worum es geht

Der Scan ist der Einstieg in AUFGABENRADAR und beantwortet eine einzige Frage: Wie tief greift das geplante Vorhaben überhaupt ein? Nicht jede Automatisierung verdient eine vollständige Analyse. Manche verändern eine Handbewegung, andere schneiden eine Rolle neu zu. Wer das vorher unterscheidet, spart sich Aufwand an den Stellen, wo wenig passiert – und erkennt die Stellen, wo es ernst wird.

Liegt ein PEILUNG-Kompetenzprofil vor, ist das Szenario-Formular in zehn bis fünfzehn Minuten ausgefüllt, meist durch die Projektleitung oder die Technikverantwortlichen. Das Ergebnis liegt am selben Tag vor.

Ein Beispiel

Ein Zulieferer ersetzt eine getaktete Montagelinie durch eine Roboterzelle mit Kameraprüfung. Der Scan stuft ein: Automatisierungsgrad hoch (Bestücken, Fügen und Prüfen laufen künftig ohne Eingriff), Entscheidungstiefe teilautonom (das System entscheidet über Gut und Schlecht, die Freigabe bleibt beim Menschen), Sicherheitsrelevanz hoch (Kollaborationsbetrieb mit Schutzräumen), Veränderungsintensität hoch (rund 60 Prozent der heutigen Aufgabenanteile entfallen oder verändern sich).

Der aufschlussreichste Wert war ein anderer: die Erfahrungsabhängigkeit. Die zentralen Qualitätsentscheidungen beruhten dort auf Sinneswahrnehmung – Geräusch, Widerstand, Oberfläche. Genau die fällt weg. Damit war klar, wo das eigentliche Risiko liegt, und dass sich für diese Beschäftigtengruppe eine vollständige Analyse lohnt, für zwei andere im selben Werk dagegen nicht.

Was der Scan erfasst

  • Betroffene Aufgabenbereiche und Beschäftigtengruppen – an der Anlage, im Lager, im Leitstand oder in der Sachbearbeitung. Wer arbeitet heute an dieser Stelle, wer soll es künftig tun?
  • Automatisierungsgrad – übernimmt die Technik einzelne Schritte, oder läuft der Normalbetrieb künftig ohne menschlichen Eingriff?
  • Entscheidungstiefe – bereitet das System nur vor, oder entscheidet es? Und wenn es entscheidet: Wer trägt die Verantwortung dafür?
  • Sicherheitsrelevanz – was passiert, wenn ein Eingriff ausbleibt oder zu spät kommt?
  • Veränderungsintensität – einzelne Handgriffe oder der komplette Zuschnitt einer Stelle?
  • Erfahrungsabhängigkeit – wie viel des heutigen Könnens steckt in Tätigkeiten, die künftig wegfallen?

So läuft er ab

  1. Grundlage ist ein PEILUNG-Kompetenzprofil als Ist-Stand. Liegt noch keins vor, wird es in derselben Befragung miterhoben.
  2. Kurzbeschreibung des Vorhabens: welche Technik, welcher Bereich, welcher Zeitplan. Zehn bis fünfzehn Minuten, ohne Vorbereitung.
  3. Ein strukturierter Fragebogen ordnet die Veränderung entlang der Kriterien oben ein.
  4. Die Auswertung verdichtet das zu einer Karte: welche Gruppen wie stark betroffen sind, wo Sicherheits- oder Akzeptanzrisiken naheliegen – fachlich eingeordnet statt als Rohauswertung.

Was dabei herauskommt

Human-Impact-Risikokarte

Zwei Seiten, die zeigen, welche Beschäftigtengruppen und Aufgaben am stärksten betroffen sind – und eine Empfehlung, wo sich der Einstieg in ein tieferes Modul lohnt und wo nicht. Das Dokument ist bewusst so knapp, dass es in eine Projektbesprechung passt.

Woran es in der Praxis scheitert

Der häufigste Fehler ist, den Scan zu spät zu machen. Wenn die Anlage bestellt und der Termin gesetzt ist, kann das Ergebnis nichts mehr ändern – es dokumentiert dann nur noch. Der zweite Fehler ist, ihn zu grob auszufüllen: „Die Produktion ist betroffen" ist keine Beschäftigtengruppe. Je genauer die betroffenen Aufgaben benannt sind, desto belastbarer die Einschätzung.

Und ein dritter: Der Scan ist keine Entscheidungsvorlage für oder gegen die Technik. Ob eine Anlage angeschafft wird, klären andere Verfahren. Er beantwortet ausschließlich, was sie für die Arbeit bedeutet.

Für wen sich das lohnt

Für alle, die am Anfang stehen: Die Technikentscheidung ist gefallen oder steht kurz bevor, aber es ist unklar, wie groß die arbeitsbezogenen Auswirkungen wirklich sind. Der Scan löst diese Unsicherheit schnell auf – und liefert, falls der Betriebsrat nach § 90 BetrVG beteiligt werden muss, eine erste belastbare Grundlage für das Gespräch.

Weitere Module

Erstgespräch

Erzählt uns von eurem Vorhaben.

Ein halbstündiges Gespräch genügt, um zu klären, ob der Scan oder direkt ein tieferes Modul zu eurer Veränderung passt.